Apple G5 Pumpe im PC nutzen

Veröffentlicht: 4. September 2015 in Basteleien, Elektronik
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Ich stöbere ja immer wieder gerne bei Ebay und Konsorten herum, um das ein oder andere Schnäppchen zu finden.
Vor einigen Tagen stieß ich dabei auf eine Abart der bekannten Laing DDC Pumpen, wie sie in Apple Powermac G5 verbaut wurden – Ihr wisst schon, die komsichen 13 Jahre alten stromfressenden wannabe Computerdinger die gerne undicht werden und nur mit proprietärer Software laufen. Da steckten Laing Pumpen drin – damals noch unter dem Namen Delphi. Modellnummer war auch DDC-irgendwas, es gab verschiedene Modelle mit 10 und 18Watt Leistung.

Wenn man sich jetzt mal im Internet bei diversen Wakü Händlern umschaut fällt einem folgendes auf:

Günstigster von mir am 29.08.2015 gefundener Preis gemäß Geizhals Preisvergleich

Laing DDC-1 (10 Watt): 48,98€ -> http://geizhals.de/laing-ddc-1-t-49064-6500023-a139936.html
Laing DDC-1plus (18 Watt): 53,99€ -> http://geizhals.de/laing-ddc-1plus-49065-6500040-a402592.html

Delphi DDC1-VC für Powermac G5, 10 Watt, gekauft am 23.08.2015 bei Ebay, Gebraucht, Auktion: 5€!!!
Delphi DDC28-VC für Powermac G5, 18 Watt, gekauft am 22.08.2015 bei Ebay, Neu, Sofortkaufen: 26,66€ das Stück!

Laing DDC-1 bei Ebay, gebraucht: regelmäßig für etwa 25 bis 30€
Laing DDC-1plus bei Ebay, gebraucht: regelmäßig für etwa 30 bis 40€

Ich finde, das ist schon ein eklatanter Unterschied, gemessen daran, das die Pumpen sich nicht groß unterscheiden und nur kleine Anpassarbeiten nötig sind, um sie in einem regulären PC zu nutzen.

Aber was ist überhaupt der große Unterschied zwischen diesen Pumpen? Nun, da lasse ich am besten Bilder sprechen. Ich habe im folgenden einmal eine 18W DDC28-VC zerlegt, um das Prinzip zu zeigen.

Eine komplett zerlegte DDC28-vc

Eine komplett zerlegte DDC28-vc

Beginnen wir oben rechts: Das ist der Deckel, dieser ist bis auf Details identisch zu allen herkömmlichen Laing DDC Pumpen und kann entsprechend genutzt werden. Ebenso die Deckeldichtung, welche direkt darunter zu finden ist.

Oberste Reihe, zweites von rechts: Hier ist der Rotor der Pumpe zu sehen. Wie bei den DDC-1/plus Pumpen handelt es sich um einen Keramikgelagerten Kugelrotor, welcher sehr Geräuscharm und kräftig zu Werke geht. Auch er ist 1 zu 1 Identisch zu einer regulären DDC. Darunter: Befestigungsschrauben, damit wird die ganze Pumpe zusammen gehalten.

Untere Reihe, links: Das eigentliche Herz der Pumpe, die Steuerplatine mit dem Stator sowie den Anschlusskabeln. Erster kleiner Unterschied hier: Während die normalen DDC hermetisch geschlossen sind, hat diese DDC Variante einen kleinen Bypass Kanal von der Rotorkammer zu der runden Plastikaussparung in der Mitte. Hier findet sich ein O-Ring, der sehr wichtig für die Dichtheit ist.

Oberste Reihe, erstes und zweites Teil von Links sowie untere Reihe, Mitte: Hier sind die größten Unterschiede zu finden. Das Kühlsystem der G5 Powermacs besitzt keinen Ausgleisbehälter, weswegen Druckschwankungen durch eine Membrane abgefangen wird. Wichtig ist hierbei zu bemerken, das auch kein Wasser, sondern eine Glykolvariante als Kühlmedium Verwendung findet, die wohl nicht wie Wasser durch die Schläuche diffundieren kann, weswegen ein Nachfüllen nicht nötig (und möglich) ist.

Druckausgleichsöffnung

Druckausgleichsöffnung

Dieses Membransystem steckt in dem Unterteil des Gehäuses der Pumpe. Der runde Stutzen im obigen Bild sitzt, durch den O-Ring gedichtet, in besagter Aussparung, die mit dem Kühlsystem verbunden ist. Auf der Unterseite sitzt die Membrane, welche durch die Kunststoffplatte (1. Bild, mittig) geschützt, gegen die im folgenden Bild zu sehenden Federn

Unterteil des Gehäuses

Unterteil des Gehäuses

gepresst wird. Diese Federn sitzen auf den vier Zapfen in der Basisplatte, welche mittels der vier Halteschrauben durch die gesamte Pumpe hindurch mit dem Deckel verschraubt wird. So entsteht ein kleines Volumen, welches bei Ausdehnung der Kühlflüssigkeit diesen Druck aufnehmen kann. (Bei der 10 Watt Version kann man die Membrane übrigens entnehmen und das Gehäuse noch einen Schritt weiter zerlegen, aber wirkliche Vorteile bringt das nicht.)

Was macht man nun damit? Nun, ich finde, da es nicht schadet, dieses Volumen zu haben, kann man es einfach beibehalten wie es ist. Alternativ müsste man die kontrollierte Undichtigkeit der Pumpenkammer abdichten (ich denke da an MS Polymer oder Kaltmetall oder Epoxydharz…) und ein neues, kleines Gehäuse verbauen. Dazu brauche ich dann aber auch wieder eine „normale“ DDC…. Also belasse ich es so wie es ist, fette die Dichtringe beim Einbau noch etwas ein, dann sollte das auch noch lange dicht sein.

Gibt es noch weitere Unterschiede? Ja. Gibt es. Die Gehäuse sind im vergleich zur originalen Laing wegen der Ausgleichsmembran ein paar mm höher und wie bei der Ur-Laing fehlen ihnen die Haltelaschen am Pumpengehäuse. Da heutzutage aber sowieso meist DDC Tops/Covers/Deckel/Whatever genutzt werden, die ihrerseits wieder Haltepunkte aufweisen, ist das eher nicht sonderlich schlimm.

Ein weiterer Unterschied sind die Anschlusskabel, respektive deren Stecker. Hier setzt Apple auf das im folgenden Bild zu sehende merkwürdige Proprietäre Format. Lässt sich aber einfach ändern:

Anschlüsse der G5 Pumpen

Anschlüsse der G5 Pumpen

Wir entfernen einfach die alten Kabel und löten neue dran. Rein um die Pumpe zu nutzen werden nur die ersten beiden Kabel (gelb + schwarz) des folgenden Bilds benötigt, wobei Schwarz Masse und gelb 12 Volt darstellt. Das rote Kabel entspricht dem Tachoanschluss und das blaue Kabel führt ein PWM Signal, mit dem man die Pumpe ansteuern kann – hiermit muss ich mich nochmal befassen.

Neu verkabelt und funktionsfähig

Neu verkabelt und funktionsfähig

Der Anschluss ist übrigens bei der 10 und 18 Watt Version identisch, entgegen manchem Bericht im Internet. Auch der PWM Anschluss muss NICHT auf 12V DC gelegt werden, was auch manchmal behauptet wird. Kein Signal am PWM Anschluss interpretiert die Pumpe als 100% Leistung. Wer also Leitungen sparen will schließt nur die ersten beiden an und wird Glücklich.

Zum Abschluss noch zwei Fotos, die die 10 Watt Version mit der 18 Watt Version vergleicht. Bis auf den Rotor, das Gehäuse (siehe oben) und minimale Unterschiede bei den Platinen sind diese wirklich völlig identisch und meiner Meinugn nach beide eine absolute Kaufempfehlung, wenn einem (wie mir) die 50 Euro für eine neue Laing DDC vollkommen übertrieben vorkommen..

Vergleich der Rotoren: 18W = braun, 10W = schwarz

Vergleich der Rotoren: 18W = braun, 10W = schwarz

Vergleich der Platinen: Links 10 Watt, rechts 18W.

Vergleich der Platinen: Links 10 Watt, rechts 18W.

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