Arbeiten an der Turbonudel aka Grisu

Veröffentlicht: 6. Juli 2015 in Daimler-Benz LF409 / Grisu, Straßenverkehr & KFZ
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In den letzten Wochen habe ich wieder etwas Zeit gefunden, am Düdo, der mittlerweile Grisu heisst, weiter zu arbeiten. Es standen einige Kleinigkeiten wie ein neuer Schaltsack auf dem Programm, aber auch der Innenausbau muss weiter voran getrieben werden, damit der Autowagen auch mal für das genutzt werden kann, wozu er geplant war.

Also ran – Bewaffnet mit Akkuschrauber und Bohrern wurden erstmal diese hässlichen verkratzten, verdreckten Ahorn-Immitat-Bleche, mit denen die hälfte des Innenraumes (quasi der DO-Bereich der DoKa) beplankt waren, rausgenommen.

Ist unnötiges Gewicht (wenn auch wenig, 0,5mm foliertes Alublech) und sah schäbbig aus. Die Löcher werden, nachdem der Karren mit geschlossenporigem, wenig drückendem (ja, ich habe mich informiert!) PU Schaum zwecks Dämmung ausgeschäumt wurde, verspachtelt und der Innenbereich aller Voraussicht nach Hammerschlag Silber lackiert. Natürlich mit der Rolle und Pinseln, versteht sich. Der große offene Bereich im folgenden Foto, wo man eventuell ganz entfernt ein Leerrohr rumschlabbern sehen kann, wird mit 5mm Hartfaserplatte, schwarz, verkleidet und mit einer Innenraumleuchte einer sinnvollen Verwendung zugeführt.

Rohbau der späteren Seitenverkleidung

Rohbau der späteren Seitenverkleidung

Ebenfalls entfernt wurde die Fahrzeugdecke, die war von innen verschimmelt, da das Dach undicht ist bzw. war. Dazu komme ich gleich noch, das hat nämlich mitunter die meiste Zeit in Anspruch genommen… Anstattdessen wird auch hier 5mm HDF verwendet, ebenfalls schwarz. Und ohne die ganzen unnötigen Löcher ringsum. Im Hintergrund erkennbar ist übrigens das *hust* wunderschöne Ahorn Dekor, das ich zumindest vorerst im Bereich der Wand stehen lassen werden muss, da ich an die unteren Schrauben nicht heran komme, da die Deppen von Ausbauer damals die Sitzbank eingebaut haben, nachdem die Verkleidung der Wand gesetzt wurde – Und natürlich ist die Bank nicht nur verschraubt, ne, die ist zusätzlich noch dick mit Silikon verklebt und augenscheinlich stellenweise Punktgeschweißt. Ein Foto der gammeligen HDF lege ich nach wenn ich dran denke. Man sieht richtig gut anhand der Stock- und Schimmelflecken, wo die Undichtigkeit war.

Der alte Dachhimmel - von der Oberseite völlig verschimmelt

Der alte Dachhimmel – von der Oberseite völlig verschimmelt

Das half mir übrigens auch dabei, heraus zu finden, wo ich abdichten muss. Nämlich hier:

Welcher Depp auch immer das da hin gemacht hatte...

Welcher Depp auch immer das da hin gemacht hatte…

Leider ohne Foto, waren hier vier rudimentäre Metallwinkel (5mm Alu über nen Schraubstock gebogen und leicht rund gefeilt?) einfach mit offenen Poppnieten ohne jedes Dichtmaterial aufs Dach gepoppt. Mal ehrlich – wer macht so eine scheiße? Zumindest ein wenig Dichtmaterial hätte man der Sache gönnen können! Das die beiden im Foto „unteren“ Winkel mit je einem Loch IN EINEM QUERTRÄGER DES DACHES montiert waren muss ich eigentlich garnicht erwähnen, oder? Den dazwischenliegenden Niet habe ich daher sicherheitshalber auch mal ausgebaut und zugeschmiert, da kommt in kürze wieder ein neuer rein, aber der war mir durch den Wassereinfluss nicht mehr geheuer. Der Niet zwischen dem unteren horizontalen- und dem rechten vertikalen Winkelfleck ist übrigens ein originaler, mit Dichtungsring und geschlossen. Naja, wie dem auch sei, alles nichts, was eine ordentliche Ladung MS Polymer nicht fixen könnte. Nur doof das der Untergrund dafür sauber sein muss….. Schonmal bei 34°C im Schatten auf nem Stahl-Riffelblech-Dach in der prallen Mittagshitze mit ner Wurzelbürste und Fensterreiniger ein Fahrzeugdach geschrubbt!?

Dicht! Und partiell sauber.

Dicht! Und partiell sauber.

Von Innen wurden sämtliche restlichen Öffnungen natürlich auch nochmal zugeschmiert, nicht nur die der dämlich gesetzten Nieten, sondern auch die der originalen Dachaufbauten. Diese waren zwar noch dicht, aber die Nietmuttern zeigten nach gerade einmal 33 Jahren glatt schon leichte Rostansätze… tss.

Auch von Innen: Dicht!

Auch von Innen: Dicht!

Wenn ich etwas anfange mache ich es ja auch ordentlich, ausserdem ist dieses MS Polymer Zeug verdammt teuer und die offenen Kartuschen halten sich nicht so lang. also habe ich nach weiteren Klebeherausforderungen gesucht. Und gefunden. Dieses Kaugummiartige hier ist eine…. Dichtmasse? Anti-Dröhn-Masse? Vibrationsdämmendesuperduperwerkstoffkombinationsgeschichte? Weiß ich nicht, auf jeden Fall wars eklig, klebrig wie sau, porös, teilweise steinhart und stellenweise Schimmelig. Da ich nicht das ganze Dach abnehmen kann und werde, wurde hier kurzerhand mit dem Cuttermesser an den Trägern entlang gefahren und dieser Rotz fachmännisch demontiert. Im Bild sieht man übrigens auch den Träger in dem so idiotisch/fachmännisch die Poppnieten reingekloppt wurden. Es ist der, mit dem Rostansatz an allen Befestigungslöchern des Dachhimmels. Die Träger werden übrigens auch ausgeschäumt, vorher aber mit Rostumwandler behandelt, in der Hoffnung, das die Undichtigkeit nicht so lang bestand, das sich da Rost großartig von Innen breit gemacht hat. So ein Segment raustrennen und neu einsetzen ginge zwar, hab ich aber noch nie gemacht und ist sicher ne scheiß arbeit. Und ob ichs jetzt irgendwann mit Schaum raustrenne oder ohne, dafür aber ne Kältebrücke weniger habe…. passt schon.

Mehr Kaugummi als Dichtmasse...

Mehr Kaugummi als Dichtmasse…

Weiter geht das muntere Gematsche mit dem MS Polymer! Natürlich reichte, wie erwartet, die Kartusche nicht komplett. Also musste ich eine neue kaufen. Hm. Was klebe ich jetzt als nächstes damit, damit DIE nicht kaputt geht? Ich habs! Ich bohre ALLE Nieten im Dach aus und klebe neue ein. Das ist bestimmt eine spitzenmäßige Idee…..

Und noch die Kanten...

Kein Kaugummi, schön flexibel nach dem Aushärten, Dichtwirkung zwecks Dämmung ist auch gegeben, was will man mehr?

Wo ich das Dach gerade demontiert habe – Eine Frage an Funkamateure: Das ist die verbaute Antenne, meinen Recherchen nach eine fürs 4m Band. Soweit mein Verständnis für HF Technik geht sollte die sich auch bedingt für 2m oder UKW nutzen lassen? Abstimmbar ist sie, ich habe allerdings kein Datenblatt finden können.

Betriebsfunkantenne von unten

Betriebsfunkantenne von unten

Eine weitere Kleinigkeit die ich erledigt habe: Ich habe eine Abdeckung im Hinteren Bereich die so fest klemmte (die Schrauben), das ich sie jetzt eine Woche lang fast täglich mit Caramba eingesprüht habe, um die Schrauben dann mittels Schlagschrauber raus zu prügeln.

Was da wohl drunter ist...

Was da wohl drunter ist…

Was da wohl drunter ist…? Nix spannendes, aber irgendwie andererseits doch schon was spannendes:

Quizfrage! Was ist das? Nein, es ist kein Schrott, es funktioniert einwandfrei. Es ist die elektrische (Zusatz-)Benzinpumpe… Oder… ein Teil davon. Weiß der Geier. Irgendwas ist es zumindest, was mit dem Sprit zu tun hat, da da drunter der Tank sitzt.

Das soll 'ne Benzinpumpe darstellen?

Das soll ’ne Benzinpumpe darstellen?

Apropos Tank! Eine weitere Metallplatte habe ich noch abgeschraubt, aus der es beim tanken immer verdächtig müffelte und wo beim Fahren starker Windzug festzustellen war. Et voila! Hallo Tankstutzen! Gut zu wissen, das man auf die Art einfach daran kommt. Muss mir nur noch ne Möglichkeit überlegen, wie ich das ein wenig besser dämmen kann, das ist ne Kältebrücke par excelence. Aber ich habe ja schon einen Haufen Styropor über Ebay Kleinanzeigen organisiert…

Oh! Hallo Tank!

Oh! Hallo Tank!

Ein wenig Kabel verlegt habe ich auch, natürlich Fachmännisch mit Leerrohr in der Spalte festgeklemmt da das Leerrohr da perfekt rein passt, die Kabel hingegen absolut nicht perfekt ins Leerrohr.

Natürlich verlege ich meine Kabel mit Hilfe von Leerrohr! Vor allem, da das so super schön in den Spalt dort passt!

Natürlich verlege ich meine Kabel mit Hilfe von Leerrohr! Vor allem, da das so super schön in den Spalt dort passt!

Auch ganz gut zu wissen: Das braune Zeug, das man überall Sieht, sind keine Überreste der vorherigen Besitzer, nein, das scheint Korrosionsschutzfett zu sein, das großzügig in alle Öffnungen gesprüht wurde. Neben dem 4mm dicken Unterbodenschutz sicher einer der Gründe für die nahezu vollständige Rostfreiheit des Wagens.

Ist es Rost? Nein! Ist es die Ausscheidung des gemeinen Metallwurms? Nein! Es ist Fett!

Ist es Rost? Nein! Ist es die Ausscheidung des gemeinen Metallwurms? Nein! Es ist Fett!

Achja, eine Kleinigkeit habe ich noch gemacht. Die Schalthebelmanschette ging mir ziemlich auf den Sack, war sie doch seit Kauf des Wagens kaputt und zerrissen. Ich hatte sie notdürftig mit Panzerband geflickt, da das Ding, ein simples Gummiplömmelteil, sagenhafte 30 Euro kosten sollte. Immer auf der Suche nach günstigem Ersatz wurde ich nicht fündig, und jetzt reichte es mir. Her mit dem Kram und etwas Kunstleder!

Das Material für einen Eigenbau Schaltsack

Das Material für einen Eigenbau Schaltsack

Das ist gefundenes Fressen für die alte Nähmaschine! Weg mit dem überflüssigen Gummifimmel, wir brauchen nur den unteren „Haltering“!

Bearbeitete Manschette

Bearbeitete Manschette

Das Leder wurde passend zurechtgeschnitten und zu einem Sack vernäht. 30 Minuten Arbeit?

Leder vernäht...

Leder vernäht…

Die Manschette, bzw dessen Rest, passt perfekt rein.

Vorbereiteter Schaltsack-Eigenbau

Vorbereiteter Schaltsack-Eigenbau

Da das dicke Gummi der Manschette zu fest zum Vernähen ist und Kleber, der darauf hält, sicherlich nicht für jemanden ohne ABC Schutzausrüstung erhältlich ist, machen wir einen einfachen Trick, der ziemlich genau so auch bei unserem asiatischen Kleinstwagen von Werk aus Anwendung findet: Der Schaltsack geht etwa 1 cm ÜBER den Kragen der Manschette, wird also quasi über eben diese drüber gestülpt, und anschließend im montierten Zustand mittels Kabelbinder gesichert. Fertig. Sieht meines Erachtens bedeutend besser aus als original, erfüllt seinen Zweck perfekt (Hitze bleibt draußen, nix kann auf die Straße fallen, Schall wird gedämmt, sieht gut aus, was will man mehr?) und kostete nicht viel.

Fertig montierter Schaltsack

Fertig montierter Schaltsack

Demnächst geht es weiter mit der Dämmung. PU Schaum ist bestellt, Styropor ist da, Kumpel zur Hilfe ist organisiert (bzw hat sich selbst angeboten!), kann also los gehen!

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