Optische Werke Göttingen GmbH Westar 1:3,5/50

Veröffentlicht: 11. November 2012 in Fotografie
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Hier möchte ich euch eine kleine Bastelei vorstellen, die ich mir heute vorgenommen habe. Es handelt sich um ein altes Objektiv der optischen Werke Göttingen GmbH, und zwar um ein Modell „Westar 1:3,5/50 C“ mit der Seriennummer 121017. Im Internet finden sich nicht sonderlich viele Infos zu der Linse, außer, das sie wohl ursprünglich an einer Diax 1A Kleinbildkamera der Firma W. Voss gehangen hat.

Da das Objektivgewinde keine mir bekannte Norm besitzt (es ist kleiner als M39, irgendwas im Bereich 37,5) und die Linsen noch dazu stark von Glaspilz befallen waren, stand mein Entschluss fest, das Teil zu zerlegen, zu reinigen, und zu schauen, ob ich es nicht irgendwie ans K-Bajonett heran bekommen könnte.

Fangen wir mit der Demontage an, die bei diesem Objektiv wirklich extrem einfach ist.

Der Ausgangszustand – Fokussierung sehr schwergängig

Wenn man moderne Optiken gewohnt ist, versucht man vermutlich zuerst, den Namensring zu demontieren, mittels der bekannten Gummihandschuhtechnik. In diesem Fall ist es aber bedeutend einfacher, denn man muss lediglich 3 winzige Schlitzschrauben (1,5mm) rings um den Fokusring lösen, und schon ist der Fokusring ab. Bitte unbedingt die Stellung der jetzt zu tage tretenden Linse markieren!!!

Fokusring demontiert

Nachdem der Ring ab ist liegt vor uns das Objektiv mit dem Blendenring. Dieser kann nach lösen der drei neu erschienenen Schrauben einfach abgenommen werden. Vorsicht: Da drunter befinden sich 2 Kügelchen, nicht verlieren!

Vorsicht mit den Kugeln!

Und das wars auch eigentlich schon mit der Demontage. Viel mehr geht nicht. Vor uns haben wir nun die Fokuslinse, welche von den drei zu beginn entfernten Schrauben bewegt wird. Wenn diese abgeschraubt ist, kommt eine weitere Linse zu Tage, welche man mittels eines „Spanners Wrench“, oder auch Linsenschlüssel genannt, herausschrauben kann. Dort drunter befindet sich die Blendenmechanik.

Fokuslinse ab – Die nächsten Linsen mittels Linsenschlüssel lösen

Auf der Rückseite findet sich ebenfalls noch eine Linse, die man mit dem Linsenschlüssel herausschrauben kann.

Rückseitige Linse demontiert

Die Linsen reinige ich mit Spiritus und poliere mit einem milden Objektivreinigerspray nach, um Schlieren zu entfernen. Vorsicht bei funktionsfähigen Objektiven mit Spiritus! Dieser kann die Vergütung angreifen!
Da diese bei der hier vorgestellten Linse durch den Glaspilz allerdings bereits größtenteils vernichtet wurde, spielt das keine große Rolle.

Nun da alles zerlegt ist, geht es an die Reinigung. Ich habe alle Metallteile gründlichst mit Spiritus gereinigt und die Gewinde und Gleitzonen ganz leicht mit Silikonfett gefettet. Weniger ist hier mehr!

Nachdem nun alles sauber, neu gefettet und wieder montiert war ging es daran, das ganze irgendwie ans K-Bajonett zu bekommen. Da die alten Kleinbildkameras garantiert viel kleinere Auflagemaße hatten als das K-Bajonett es vorschreibt, ist eine Unendlichkeitsfokusierung sowieso hinfällig, weswegen ich da keine große Rücksicht auf Abstände nehmen musste. Deswegen habe ich einfach ein altes Bajonett von einer Vivitar Kunststofflinse abgeschraubt und mit Sekundenkleber (der gute von Aldi, 6 Tuben für 50 Cent, klebt wie sau und verätzt sämtliche Schleimhäute in 100 Meter Umkreis) befestigt. Hält Bombig.

Ein Hoch auf Aldikleber

Und wie ist die Optische Leistung?

Tjaa… was soll ich sagen… schlecht wie erwartet? Das würde dem kleinen Objektiv nicht gerecht werden. Sicherlich ist die Abbildungsleistung absolut nicht mit modernen Optiken zu vergleichen, aber die Bilder, die die Kamera mit dem Konstrukt als Nase ausspuckt haben ihren ganz eigenen Flair, der mich vom ersten Bild an zu begeistern vermochte. Aber urteilt am besten selbst. Achja: Fokusieren kann man am besten durch Abstandsänderung. Das Fokuseinstellrädchen hat nicht wirklich eine Funktion 😉

F3,5, Abstand von der rechten Blüte etwa 35cm

F5,6, Abstand etwa 40cm

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