Hasag No2 – Eine späte Version des Kriegslichtbrenners?

Veröffentlicht: 20. April 2012 in Basteleien, Lampen
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Wie ja schon in einem früheren Artikel erwähnt bin ich durch einen glücklichen Umstand an einen Spiritus Glühlichtbrenner „Hasag No.2“ gekommen.

Es ist schon interessant, was ein einfaches Stück Metall für eine Faszination entwickeln kann. Aber der Reihe nach.
Aus dem Konvolut gezogen, angeschaut – und in den Müll geworfen. Das war meine erste Begegnung mit dem Glühlichtbrenner. Für das ungeschulte Auge sieht das Teil auch eher aus wie ein Stück von irgend einem alten Kocher oder sonst etwas, was man nicht zuordnen kann, da es schlicht und ergreifend auch total vergammelt war. Nur einem weiteren glücklichen Zufall verdankte ich es, das der Brenner nicht ungesehen in die große Tonne gelangte – beim weiteren Sortieren der Brenner des Konvolutes – einige waren völlig zerstört und unbrauchbar, also Ausschuss – fiel mein Blick zufällig auf eine Erhebung an dem Teil, was da im Müll lag. Könnte das ein Schriftzug sein? Mal genauer anschauen…

Ja, es war ein Schriftzug! Nach einer kleinen Reinigungsorgie mittels grober Messingdrahtbürste ergab sich folgendes Bild:

Unter einer Schicht Dreck, Siff und Gammel der vergangenen 60 Jahre - Ein Schriftzug!

Nach einer kurzen Recherche stand fest, das das Ding wieder leben muss! Also gereinigt und nach Tanks geschaut (und gefunden). Als Tank verwendete ich einen günstig bei Ebay erstandenen (billig-)Tank, der eigentlich für einen Noname-Zentral-Zugluftbrenner gedacht war. Natürlich für die Hasag Lampe unbrauchbar, aber Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Also den ganzen Tank zerlegt, das Rohr einfach rausgebrochen und unten eine Messingplatte weich aufgelötet – dicht.

Erst Gewalt...

... dann die Feinarbeit!

Daraufhin den Tank wieder zusammen gelötet und eine Passprobe mit dem Brenner gemacht – und festgestellt, dass das Gewinde, trotz gleicher Größe, nicht passt. Denn der Billigtank hat kein echtes Gewinde sondern nur eine reingestanzte Blechnut ohne jede Normung. Nur der Durchmesser passt zufällig.

Also: Kurzerhand einen Vasenring aufgelötet 😉

Passt!

Nun noch alles gut polieren und auf gehts an den Docht. Der fehlte ja beim Brenner leider. Aber dank der tatkräftigen Unterstützung vom Petromaxforum konnte ich eine schöne Anleitung auf http://www.lampenmaxe.de finden.
Gemäß dieser Anleitung bin ich dann auch vorgegangen – im Abstand von 30cm 2 Schrauben in ein Holzbrett (=meine Arbeitsplatte), das ganze dann so oft mit Docht bewickeln bis man ein Paket hat, was doppelt genommen stramm im Brenner sitzt. Das dann 10cm vom Rand  entweder mit Weißblech oder, da ich selbiges nicht hatte, nochmals SEHR stramm mit einigen Windungen Docht umwickeln, die Enden umklappen und reinstopfen. Bis zum Ende. Etwa 1 cm vor Ende findet sich eine kleine Kante, wo der Docht gerne hängen bleibt – dann entsteht nicht genug Spiritus-Gas!
Wichtig dabei: Der Docht muss einerseits Gas vom zurück drücken in den Tank  abhalten, also sehr straff gewickelt sein, andererseits locker genug sein um ausreichende Mengen Spiritus zu fördern. Garnicht so einfach. Ich habe das Dochtpaket etwa 6 mal raus und wieder rein gefummelt, bis ich zufrieden war.
Es empfiehlt sich, die ersten Versuche in einem Marmeladenglas o.ä. durchzuführen. Es dürfen (nach ein paar Stunden Standzeit, damit der Docht sich vollsaugen und ausdehnen kann) beim anheizen und im Betrieb keine Blasen auftauchen. Sollte dem so sein, den Brenner unbedingt sofort löschen und abkühlen lassen, anschließend den Docht überarbeiten.

Als dann alles so weit fertig war ging es zum Glühstrumpf. Ich verwende Coleman Goldtop, denen ich die Naht aufschneide und einfach locker unterhalb der Gabel anbinde, mit einer Schlaufe des Anbindfadens durch die Gabel gehe und das ganze verknote, damit der Socken nicht runter rutscht.

Und wie man sieht… funktioniert es!

Zwei abschließende Fragen bleiben nur: Erstens: Wie alt ist der Brenner? Und zweitens: Was genau ist das nun? Denn: Ein HS No.2 ist es eindeutig nicht, auch wenn es drauf steht. Technisch gesehen ist es ein Hugo Schneider Kriegslicht. Allerdings nicht aus Stahl sondern aus Messing. Wer hat Infos, wann und warum das so gebaut und mit HASAG (auch nicht Hugo Schneider, wie üblich bei den Glühlichtern!) No.2 gemarkt wurde?

 

 

 

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