Restaurationsbericht Norica Modell 73

Veröffentlicht: 10. Februar 2012 in Freie Waffen
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Und hier nun der versprochene Restaurationsbericht.

Aufgrund der vielen Bilder bitte einmal auf „Den Rest des Beitrags lesen“ klicken. 🙂

Norica Modell 73 - vor der Bearbeitung

Wir beginnen natürlich erstmal mit der Demontage. Hierzu lösen wir einerseits die beiden Schrauben vorne in der Höhe des Knickgelenks,

Je eine Schraube rechts und links im Bereich des Knickgelenks lösen

anschließend lösen wir zumindest die vordere (auf dem Foto die rechte) Schraube am Abzugsbügel

Schrauben am Abzug lösen

und schon können wir das System aus dem Schaft entnehmen.

System entnommen

Welche Schritte jetzt weiter vorgenommen werden ist natürlich abhängig von eurem Gewehr. Ich wollte meines komplett überholen aber den Schaft so weit original belassen, da dieser ganz generell in einem noch recht guten Zustand war. Alternativ könnte man diesen abschleifen, neu beizen, wachsen, lackieren oder ölen, je nachdem wie es euch lieb ist. Ich hab meinen Schaft etwas poliert und das wars auch schon. Danach habe ich mit dem System weiter gemacht. Zuerst die gesicherte Schraube am Knickgelenk rausschrauben. Normalerweise sollte man dazu die kleine Sicherungsschraube daneben auch lösen, die verhindern soll, dass die große Schraube sich löst. War bei mir nicht nötig, da die Schraube schon so weit verranzt war, das sie einfach an der kleinen vorbei ging.

Schraube des Knickgelenks

Anschließend kann man den Lauf entnehmen und das Spanngelenk aushaken. Bitte auf die Beilagescheiben und deren Einbaurichtung achten!

Beilagescheiben - nicht verlieren!

Das ist nun ein guter Zeitpunkt um den Lauf einmal anständig mittels entsprechender Gewehrreiniger zu reinigen und die Laufdichtung zu erneuern. Meine war schon so platt, dass sie sich nicht mehr signifikant vom Metall abhob. (Übrigens der Grund wieso man Knicker immer nicht ganz eingerastet lagern sollte! Die Dichtung drückt sich mit der Zeit platt.) Als Ersatz habe ich übrigens eine „0080-20“ von Saeco verwendet. Da ich auch Kaffeemaschinen repariere lag die halt gerade rum und passt zufällig wie der Arsch aufn Eimer.

Platte Laufdichtung

Weiter gehts mit der Kappe hinten am Kolben. Diese ist gegebenenfalls etwas schwer davon zu überzeugen von ihrem langjährigen Plätzchen abzuhauen, ich musste mit einer kleinen Wasserpumpenzange nachhelfen. Damit nichts zerkratzt immer etwas Stoff oder Zewa dazwischen legen.

Lass los du verdamtmes......!

Nachdem man das Teil dann gelöst hat wird der Splint

Demontierte Kappe + Splint

ausgetrieben (vorsicht, die Feder ist ggf. relativ stramm vorgespannt! Verletzungsgefahr!)

Splint ausgetrieben

und die Abzugseinheit, die Druckhülse, die Feder und der Kolben samt Dichtung entnommen.

In der Reihenfolge ist das Geraffel im Kolben.

Die Kolbendichtung ist, neben der Laufdichtung und der Feder ausschlaggebend für die Leistung des Gewehrs. Da meine Feder noch relativ anständig ist habe ich diese drin gelassen, Ersatz bekommt man aber in Form der Exportfeder eines Haenel 303/303-8/312 etc… Diese stimmt mit der original verbauten zu 95% überein und sollte die Mündungsenergie nicht signifikant erhöhen. Ich werde das vermutlich irgendwann mal austesten wenn ich ein Messgerät für die Mündungsenergie besitze.  Bis dahin lasse ich die originale Feder eingebaut.

Aber zurück zur Dichtung: Hier kann man sich ebenfalls mit Material vom Haenel 302/303/312 etc behelfen, diese Dichtungen passen genau. Wenn die Dichtung aber noch nicht völlig zerbröselt oder gerissen ist kann man diese meistens noch retten, indem man sie in säurefreies Öl einlegt und/oder mit Vaseline (Besser: Temperaturstabiles Langzeitfett) durchknetet. Letzteres empfiehlt sich erst, wenn die Dichtung (durchs Öl oder von sich aus schon) halbwegs weich ist, gibt dem ganzen aber noch quasi das I-Tüpfelchen an Geschmeidigkeit. Meine Dichtung sah nach dieser Behandlung so aus und dichtet wieder ganz hervorragend:

Dichtung mit Einsatz nach der "Behandlung"

Nun erfolgt der Einbau in umgekehrter Reihenfolge. Ich empfehle für das Einsetzen der Feder jemanden zur Hilfe zu nehmen. Man kann sich auch eine Vorrichtung mit einer großen Schraubzwinge und einem Besenstiel basteln, funktioniert auch gut.

Nun habe ich noch eine kleine kosmetische Sache gemacht. Der alte Norica Mod. 73 Schriftzug war offenbar mal weiß unterlegt. Leider war das weiß nicht mehr weiß sondern… schmockig.

Schriftzug vorher

Also fix die Airbrushfarbe genommen und etwas weiße Farbe mit einem Hölzchen in die Ritzen laufen lassen. Das Ergebnis sieht dann so aus:

Schriftzug nachgeweißt.

Ich denke damit kann man leben. Schusstests folgen später, wenn meine bestellten Diabolos angekommen sind und ich ein wenig expertise habe 😉 Fest steht: Druck hats nun wieder ganz gut.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen… 🙂

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