Die Küchenfunzel

Veröffentlicht: 1. Februar 2012 in Lampen

Neulich ersteigerte ich eine alte Küchenlampe bei Ebay für halbwegs akzeptable ~16€.  Lauf dem Bild würde viiel Arbeit auf mich zu kommen, aber das es so viel sein wird… Naja, damit hatte ich nicht gerechnet.
Aber der Reihe nach.
Beschrieben wurde die Latüchte mit den Worten

Petroleumlampe vor 1945
Glaszylinder obere Kante gebrochen

Ebayfoto

Mit diesem Bild wurde die Lampe angeboten

Lies also alles in allem auf einen halbwegs brauchbaren Zustand hoffen.
Als ich die Lampe dann kurze Zeit später in den Händen hielt war ich doch schon ein wenig entsetz:
Zwecks Tankreinigung muss natürlich der Brenner ab. Leichter gesagt als getan, denn dieser war sowas von im Tank festgefressen, das war nicht mehr feierlich. Ich musste den Vasenring abreißen und anschließend zerstören, anders war der Brenner nicht dazu zu überreden herauszukommen.
Nächste Baustelle: Der Docht. Oder das was davon über war. Dieses etwas war so steif und knochenhart, dass ich den, nachdem ich ihn fragmentweise aus dem Brenner gepopelt habe, in seiner bisherigen Form auf den Tisch stellen konnte.
Anschließend stellte ich fest, dass der Dochttrieb nicht beweglich war, da sich einige Fasern des Dochtes um die Räder gewickelt hatten. Durch anschließende Gewalteinwirkung des Vorbesitzers war dann eines der beiden Zahnräder an der Lötstelle abgerissen… Tolle Wurst. Naja, kümmere ich mich später drum. Erstmal den Tank reinigen.
Und da fiel mir direkt das nächste Übel auf – Ein durchgehender Riss einmal quer durch den Tank. Der Spiegel war überdies auch völlig hinüber, da von hinten verrostet.
Der Verkäufer wollte von all diesen Mängeln natürlich nichts gewusst haben und zeigte sich sehr unkooperativ.

O-Ton:  „Die Auktion lief 10 Tage, Sie hatten genug Zeit zum fragen wenn Ihnen das soooo wichtig war! Außerdem ist die Lampe von 1940,  da können Sie keinen Neuzustand erwarten!“
– Nee, natürlich nicht. Aber ich erwarte, dass alle Mängel beschrieben sind und, wie jemand im Pelam-Forum so schön schrieb: „Ne, Neuzustand kann man nicht erwarten, aber auch keinen Schrott!“

Naja, auf dieser Schiene war nun nichts zu holen, ich überlege noch ob ich nun negativ oder neutral bewerten soll. Immerhin hat er eine Rückgabe angeboten (unter protest und reichlich unhöflich), was aber aufgrund dessen, dass ich halt genau DIESE Kampe wollte, für mich nicht in Frage kommt.

Nach einer Bestellung bei Hytta ging es dann also dem Brenner an den Kragen. Mir war bewusst das das viel Arbeit werden würde, aber die Motivation ist da und wenn ich etwas schaffen will dann… naja, schaffe ich es zumindest meistens 😉

Der zerlegte Brenner vor der Behandlung mit hochkonzentrierter Essigsäure

Der zerlegte Brenner vor der Behandlung mit hochkonzentrierter Essigsäure

Nach einem Tag im Essigsäurebad und einer Behandlung mit der Zahnbürste sah das Ganze doch direkt wieder annehmbarer aus.

Galerie nach Säurebad

Nach der Behandlung mit Essigsäure und einer Zahnbürste

Anschließend wurde das ganze dann mit Stahlwolle poliert und die Schadstellen gelötet. (Hier muss ich wohl noch etwas üben…)

Polierte und gelötete Galerie

Nach dem Löten und Polieren.

Wie man sieht sitzt im Flammrohr noch einiges an Dreck, Schmodder und undefinierbare Schmocke. Dieser wurde anschließend mit Pfeifenreinigern, Druckluft und einer mini-Messingbürste größtenteils beseitigt.Sehr schön: Nun konnte man auch endlich mal das Logo auf dem Dochttriebrad erkennen. 🙂

DTR mit HASAG Logo

Das alte Logo der Hugo Schneider AG, später HASAG.

Nachdem der Tank mittels Aceton und einer Ladung Friweg Industriereiniger schön Sauber geworden ist habe ich ihn mit farblosen Epoxydharz ausgeschwenkt um den Riss abzudichten. Leider keine fotos dazu vorhanden.
Während das dann trocknet habe ich mich an den gebrochenen Kamin begeben. Dieser wurde vorsichtig mit einer Flex + Diamandschneidblatt + viel Wasser bearbeitet und anschließend mit Schleifpapier die Kanten gebrochen. Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der gesplitterte Kamin

Der gebrochene Kamin. Immerhin das wurde vom Verkäufer erwähnt!

Der Kamin nach der Behandlung mit Flex und Schleifpapier

Der Kamin nach der Behandlung mit Flex und Schleifpapier. (ungereinigt)

Praktischerweise kam dann auch bereits die Bestellung von Hytta an, wie immer sehr schnell und in guter Qualität. Ich habe unter anderem einen neuen Spiegel bestellt, der alte war wie gesagt nicht mehr zu retten.
Auch neuer Docht als Meterware war dabei und ein neuer Vasenring. Nach einer Diskussion im Petromaxforum erfuhr ich dann auch, wieso letztgenannter keine gute Wahl war – Die Teile passen nicht. Das liegt aber am Hersteller und nicht am Händler, dieser fertigt wohl mit leicht anderen Maßen als sie früher verwendet wurden. Aber auch hier bekam ich wieder Hilfe aus dem Petromaxforum, ein freundlicher User überlässt mir einen alten Vasenring für kleines Geld, diesen werde ich dann in kürze noch austauschen. Bis dahin muss der Brenner eben mit nur einem Gewindegang halten. Übrigens, nicht wundern: Ich habe nicht in den Tank gepullert, das „Franzosenpipi“-Petroleum heisst nicht umsonst so. 😉

Die fertige Lampe.

Die fertige Funzel, im Hintergrund noch das Petromaxforum 😉

Und noch ein paar Stimmungsfotos um zu zeigen wie diese schöne Lampe brennt.

Eine Nahaufnahme der Flamme

Das selbe, mit Fokus auf den Spiegel.

Stileben mit Lampe 😛

Und noch einmal Hochkant.

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